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Für Gläubiger: COVID-19-Stundung

Wurden Sie als Gläubiger über eine COVID-19-Stundung eines Schuldners informiert? Hier erfahren Sie, um was es bei der COVID-19-Stundung geht, welche Forderungen betroffen sind und welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen.

Um was geht es bei der COVID-19-Verordnung?

Es ist eine Notverordnung des Bundesrates, die am 20.4.20 in Kraft gesetzt wurde. Viele Unternehmen sind durch die vom Bundesrat angeordneten Corona-Virus-Massnahmen in Liquiditätsschwierigkeiten geraten. Mit der COVID-19-Stundung erhalten betroffene Unternehmen Zeit, sich finanziell zu erholen, um am Ende der Stundungsperiode die gestundeten Forderungen samt Zinsen zu tilgen. Die Verordnung ist bis am 20.10.2020 gültig.

Was ist die COVID-19-Stundung?

Es handelt sich um einen richterlich bewilligten partiellen Rechtsstillstand zugunsten des Schuldners. Während der Stundung dürfen gegen den Schuldner keine Betreibungen angehoben oder fortgesetzt werden. Auch können seine Vermögenswerte nicht mit Arrest belegt und kann über ihn nicht der Konkurs eröffnet werden.

Wie kommt die COVID-19-Stundung zu Stande?

Die Stundung wird auf Gesuch des Schuldners für höchstens 3 Monate bewilligt, wenn er nachweisen kann, dass er ein Unternehmen betreibt und am 31.12.2019 nicht überschuldet war; ferner, wenn er glaubhaft darlegen kann, dass er wegen der Pandemie bedingten Krise in einen finanziellen Engpass geraten ist.
Die Stundungsbewilligung kann auf Gesuch des Schuldners um weitere 3 Monate verlängert werden. Sie endet formlos, ohne richterliche Überprüfung.

Wer kann eine COVID-19-Stundung beantragen?

Jeder Unternehmensschuldner kann unabhängig von der Rechtsform und unabhängig von einem Handelsregistereintrag ein COVID-19-Stundunggesuch einreichen. Ausgenommen sind börsenkotierte Gesellschaften und solche, die bestimmte, im Gesetz geregelte Kennzahlen (Jahresumsatz, Anzahl Angestellte, usw.) überschreiten. Unselbständigerwerbenden ist die COVID-19-Stundung nicht zugänglich.
Ein Gesuchsteller muss nachweisen, dass er am 31.12.2019 nicht überschuldet war und muss gegenüber dem Nachlassrichter seine aktuellen Ertrags- und Vermögensverhältnisse offenlegen und belegen.

Welche Forderungen unterliegen der COVID-19-Stundung?

Sämtliche Forderungen, die nicht grundpfandrechtlich gesichert sind. Ausgenommen sind Lohn- und Alimentenforderungen. Diese können auf Pfändung betrieben werden. Gestundet sind nur Forderungen, die vor der Stundungsbewilligung entstanden sind. Solche, die nach der Stundungsbewilligung entstanden sind, unterliegen nicht der Stundung und können folglich zu Betreibung gegeben werden, sollte sie der Schuldner nicht honorieren.

Wie wird eine COVID-19-Stundung bekannt?

Jede COVID-19-Stundung muss im SHAB publiziert werden. Zudem muss der Schuldner alle seine Gläubiger schriftlich oder per E-Mail über die Stundungsbewilligung informieren.